Stock-Fotos müssen Urhebervermerk in Bild-URL aufführen

Urheberrecht 

Das Landgericht Köln hat ein weiteres interessantes Urteil veröffentlicht. Abseits des Redtube-Debakels haben die Kölner Richter nun entschieden, dass über die Fotoplattform Pixelio bezogene Bilder in der Bilddatei mit einem Urhebervermerk versehen werden müssen (LG Köln, Urteil vom 30.01.2014, Az. 14 O 427/13). Ist dies nicht der Fall, liegt ein abmahnbarer Verstoß gegen § 13 UrhG sowie die Pixelio-Lizenzbedingungen vor.

Gemäß dem Urteil reicht ein Urhebervermerk am Ende des Artikels, für welchen die Bilddatei verwendet wird, nicht aus. Die Urheberrechtsverletzung besteht schon in der unterbliebenen Kennzeichnung des Fotos in der direkten Webadresse (sog. Bild-URL).

 

 

Alle Webseitenbetreiber, die vermeintlich kostenlose Stock-Fotos auf ihren Internetseiten zur Illustrierung der eigenen Inhalte nutzen und die Aufnahmen dabei nur im Rahmen der jeweiligen Artikel- und Beitragsseiten kennzeichnen, nicht aber unmittelbar innerhalb der Bilddatei müssen daher schnell handeln.

 

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Foto: Alexander Klaus  / pixelio.de

 

Maßgeblich in diesem Zusammenhang ist vor allem, ob das Bild mehrfach benutzt wird. Dies ist nach Ansicht der Richter bereits dann der Fall, wenn das Bild einzeln angezeigt werden kann (z.B. durch einen Rechtsklick auf den Befehl „Grafik anzeigen“). Ist dies der Fall, so ist auch eine mehrfache Urheberbenennung erforderlich. Dies gilt nach Ansicht der Richter unabhängig davon, ob man jede URL als eigenständige Internetseite oder lediglich als Unterseite bzw. als Einbettung einordnen mag.

Mit diesem Urteil hat das Kölner Landgericht eine enorme Abmahngefahr geschaffen. Alle Webseitenbetreiber, die vermeintlich kostenlose Stock-Fotos auf ihren Internetseiten zur Illustrierung der eigenen Inhalte nutzen und die Aufnahmen dabei nur im Rahmen der jeweiligen Artikel- und Beitragsseiten kennzeichnen, nicht aber unmittelbar innerhalb der Bilddatei müssen daher schnell handeln.

Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte sich schnell an einen fachkundigen Anwalt wenden und seine Webseite auf mögliche Rechtsverstöße überprüfen lassen. 

 

Über die Autoren: ist schwerpunktmäßig in den Bereichen Wettbewerbsrecht, Urheberrecht, IT-Recht, Datenschutzrecht und Markenrecht tätig. Gerne können Sie sich an Herrn Rechtsanwalt Sascha Leyendecker, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz, Urheber- und Medienrecht, oder Frau Rechtsanwältin Fritz, Fachanwältin für Informationstechnologierecht, wenden.